Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles




Seiteninhalt

Zukunftssicherung der Hausarztversorung

Pressebericht vom 28.02.2008

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Zukunftssicherung der hausärztlichen Versorgung im Hofer Land“ lud der Kreisverband Hof der Freien Wähler e.V. in die Nailaer Frankenhalle ein.

Etwa 400 Bürgerinnen und Bürger waren erschienen, um sich über dieses Thema zu informieren. Begrüßt wurden sie von Frank Stumpf, dem Kreisvorsitzenden der Freien Wähler des Landkreises Hof. Stumpf sprach von der Wichtigkeit und der Aufrechterhaltung einer guten hausärztlichen Versorgung im Altlandkreis Naila und dem Hofer Raum. Wegen der geplanten Gesundheitsreform im Jahre 2009 sehen die Hausärzte dunkle Wolken am Himmel, wenn es um den Weiterbestand und funktionierende Versorgungssystem geht. Denn zum einen sollen dem bayerischen Gesundheitswesen durch den 2009 kommenden Gesundheitsfonds bis zu 500 Mio. Euro entzogen werden. Zum anderen planen viele Krankenkassen, die ärztliche Versorgung über sogenannte Callcenter zu regeln. Gegen dieses finanzielle Ausbluten und die angedachte „Amerikanisierung“ des Gesundheitssystems wehren sich zahlreiche Hausärzte. Auch gegen die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte sprachen sich die Mediziner aus, weil hier der „gläserne Patient“ entsteht.
Dr. Hans-Hermann Singer aus Bad Steben, Dr. Frank Pohl aus Geroldsgrün, Dr. Helmut Voit aus Naila, Prof. Dr. Reinhardt Schmalz aus Sparneck, sowie die Bezirksvorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes e.V., Petra Reis-Berkowicz, gaben hier einen Einblick in die Situation. Als Vertreter der Krankenkasse stand Rudolf Degelmann, Direktor der AOK Hof, Rede und Antwort.
Neben dem Hausärztemangel, der durch die Überalterung der noch praktizierenden Ärzte und dem mangelnden Nachwuchs entsteht, droht dem Patienten durch die Umverteilung der Krankenkassenbeiträge in andere Bundesländer, dass  in naher Zukunft Arztpraxen in Kapitalgesellschaften und Krankenkassen durch zentrale unpersönliche medizinische Versorgungszentren umgewandelt werden können. Dadurch droht die hausärztliche Versorgung, gerade im ländlichen Raum, zusammenzubrechen. Hinzu kommt die steigende Bürokratie und das mangelnde Budget sowie drohende Regressansprüche gegen die Hausärzte. „Diesen Druck und das permanente Haftungsrisiko halten wir Hausärzte nicht mehr aus. Die bestehende hausärztliche Versorgung muss unbedingt aufrecht erhalten und nicht die Profitgier der großen Konzerne gestärkt werden. Daher kämpfen wir für die Beibehaltung des bestehenden Systems und der daraus resultierenden guten Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patienten“, so Dr. Petra Reis-Berkowicz.
Auch bei den Zuhörern, die diese Diskussion auch aus Patientensicht verfolgten, stieß dieses Thema auf ein breites Interesse. Zahlreiche Wortmeldungen und Fragen standen im Raum und wurden von den Referierenden beantwortet. Hierbei kam immer wieder das Thema des Bürokratieabbaus bei den Krankenkassen zur Sprache, um hierdurch finanzielle Einsparungen im Sinne der Versicherten zu leisten. Hier war der einzige Ansprechpartner der Direktor der AOK Hof, Rudolf Degelmann.
Dieser versicherte, dass er auch einigen Regelungen skeptisch gegenüber steht. Die ständig steigenden Arzneikosten durch die Pharmakonzerne machen es den Kassen schwer, die Kosten zu decken. „Wir wissen heute nicht, wieviel Geld wir im nächsten Jahr zur Verfügung haben“, so Degelmann.
Die Ärzte wollen für ihre Patienten auch weiterhin die bestmögliche Versorgung gewährleisten und lassen sich nicht durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die dem Sozialministerium weisungsgebunden ist, reglementieren und drohen mit ihrem Austritt. Bereits jetzt mussten Ärzte Mitarbeiter entlassen, weil der Kostendruck zu hoch ist. Dennoch waren sich alle Mediziner am Ende der Veranstaltung einig, auch weiterhin mit allen Kräften für eine Beibehaltung einer bestmöglichen Patientenversorgung durch den Hausarzt zu stehen und diese zu gewährleisten. Dafür werden sie sich auch im Namen ihrer Patienten weiterhin stark machen.

 

Hier größer...

Gesundheit.jpg